Neuer Streit nach Hundebissen
12. Mai 2009 von Ralf
Nachdem zwei nicht angeleinte Rottweiler eine Frau und ihre zwei Kinder in Hildesheim angegriffen und zum Teil schwer verletzt haben, hat wieder die Diskussion über “gefährliche Rassen” begonnen. Im Wahlkampfjahr scheinen nun viele Politiker diesen traurigen Vorfall ausschlachten zu wollen. Der Verbraucherschutzminister Hans-Heinrich Ehlen möchte nun die Vorschriften zur Haltung von Hunden “auffälliger” Rassen verschärfen. Er sagt:” Wir prüfen jetzt die Einführung eines verpflichtenden Wesenstests für Hunderassen, die durch Beißattacken aufgefallen sind.” Bei Polizeidienststellen und Krankenhäusern sollen jetzt Daten über Hundeangriffe gesammelt werden.
Das riecht jetzt nun wieder alles nach blindwütigem Aktionismus!
Ich bin selbst einmal auf dem Hundeplatz von einem Hund gebissen worden: Krankenhäuser dokumentieren nicht die Rasse, die gebissen hat. In der Krankenhaussoftware gibt es keine Felder dafür und den Kostenträger interessiert das auch nicht und im Polizeiprotokoll wird wahrscheinlich “großer schwarzer Hund” stehen.
Wesenstest für auffällige Rassen? Macht mal lieber einen Wesenstest für die Individuen, die am anderen Ende der Leine hängen! Es wird von einer “Halterin” der zwei Rottweiler gesprochen. Sie hat ihre Hunde nicht angeleint. (Hallo! Wir haben Leinenpflicht bis zum 15. Juli – Brut- und Setzzeit) und wenn ich vom Bild einer durchschnittlichen deutschen Frau ausgehe: 1,70 m groß und 70 kg schwer, dann kann diese Dame zwei Rottweiler, die wahrscheinlich zusammen über 100 kg Gewicht zusammenbringen und über ”Allradantrieb” verfügen, nicht halten, denn eine Ausbildung scheinen die Hunde ja nicht genossen zu haben.
Diese Frau ist eine Gefahr für die Öffentlichkeit, da sie grob fahrlässig gehandelt hat und damit in derselben Liga spielt wie besoffene Autofahrer!
Führt erst einmal einen Intelligenztest bei dieser Frau durch und entnehmt mal eine Blutprobe!
Die Konsequenz kann nun nicht sein, dass gewisse Rassen in guter alter deutscher Manier auf Listen geschrieben werden und deren viele verantwortungsvollen Halter damit ins soziale Abseits. Menschen werden dann wieder die Strassenseite wechseln, weil der Hund ja gefährlich ist und Nachbarn werden zu mißtrauischen Denuntianten.
Solche “Listen” nützen nur dem Politiker, der wieder mal allen gezeigt hat, wie es geht!
Die Forderungen müssen sein, dass jeder Mensch, der einen Hund führen will, nachweist, dass er die Befähigung dazu hat. Weiterhin muss jeder Hund haftpflichtversichert sein (Das schreckt schon viele ab, die kein Geld für ihren Hund ausgeben wollen). Damit wäre schon eine Menge gewonnen.
Also nicht schon wieder Listen, sondern endlich einmal eine verbindliche Regelung. Nennt das Teil meinetwegen auch Hundeführerschein und lasst Ehlen aus dem Spiel, denn der hat keine Ahnung und stammelt im Radio dummes Zeug. Beispiel: “Tiere mit dieser Ausstattung”. Er meint damit vielleicht die Zähne oder?
In der Nordwestzeitung gibt es eine Umfrage zum Wesenstest.
http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_spezial_umfrage.php
Die Frage lautet “Solten bestimmte Hunderassen einem Wesenstest unterzogen werden?”
Es gibt dort nur ja, nein oder “Nur die gefährlichen Rassen”.
Also wirklich keine intelligente Umfrage …







