Die traurige Geschichte von Betty Lou
11. November 2008 von Anke
Zu unserer Familie gehört eine sehr liebe und hübsche Dalmatinerhündin namens Shani. Damit Shani eine Gefährtin bekommt, haben wir anfang des Jahres beschlossen eine zweite Dalmatinerhündin in unsere Familie zu holen. Nach einigem Suchen fanden wir im Internet eine Anzeige, in der stand, dass jemand seine fünf Monate alte Dalmatinerhündin abgeben muss. Also haben wir uns mit Shani ins Auto gesetzt, um uns die kleine Hündin anzusehen. Sie lebte in einer engen Wohnung in der dritten Etage, wo es keinen Fahrstuhl gab. Sie gefiel uns auf Anhieb und ähnelte unserer Shani sehr. Auch Shani und Betty Lou, so hieß die Kleine, verstanden sich sehr gut. Also haben wir sie mit nach Hause genommen.
Betty hat sich sehr schnell in unsere Familie und unsere kleines Rudel eingelebt. Von Tag zu Tag lebte sie mehr auf und entwickelte sich zu einer sehr liebeswürdigen und anhänglichen Hündin. Shani und Betty wurden die besten Freundinnen. Täglich tobten sie bei unseren Spaziergängen miteinander. Es war eine wahre Freude, die Beide beim gemeinsamen Rennen über die Felder zu beobachten.
Im Sommer passierte es dann. Wir haben wieder einmal einen ausgiebigen Spaziergang gemacht und Betty und Shani haben miteinander gespielt. Sie haben sich gegenseitig aufgelauert und sind dann aufeinander zugestürmt. Dabei ist es dann passiert. Beide Hündinnen liefen mit voller Geschwindigkeit gegeneinder. Es hat einen harten Aufprall gegeben und Betty hat aufgeschrieen und sich verkrochen. Nach einigen gutem Zureden und streicheln ist sie dann vorsichtig mit zum Auto gelaufen. Zuhause hat sie sich in ihr Körbchen verkrochen. Wir sind davon ausgegangen, dass sie sich sehr erschrocken hat und unter Schock steht. Deshalb gönnten wir ihr Ruhe. Dann der Schrecken am nächsten Morgen. Betty konnte nicht mehr aufstehen. Sie konnte ihre Hinterbeine und ihre Blase und ihren Darm nicht mehr kontrollieren. Sofort sind wir mit ihr in die nächste Tierklinik gefahren, wo diverse Röntgenaufnahmen gemacht wurden. Trotzdem gab es kein genaues Ergebnis. Die Tierärztin tippte auf eine Wirbelverletzung und überwies uns in eine Spezialklinik. Hier wurde erst ein normales CT gemacht und dann noch eines mit Kontrastmittel. Das Ergebnis war erschütternt. Durch den Zusammenstoß war der neunte Rückelwirbel zertrümmert und hat das Rückenmark durchtrennt. Die Diagnose: Querschnittslähmung! Es war ein Schock für uns! Sollten wir unserer gerade einmal zehn Monate alten Hündin ein Leben im Rollstuhl zumuten? Wir haben uns sehr schweren Herzens dagegen entschieden und sie von ihrem Leid erlösen lassen. Es war einfach nur schrecklich für uns, aber auch für unsere Shani. Sie hat ihre Freundin überall gesucht. Tagelang. Dann hat sie aufgegeben. Seit dem ist sie ein anderer Hund. Sie spielt nicht mehr mit anderen Hunden. Mit Betty ist auch ein kleiner Teil von ihr gestorben.
Mittlerweile ist der Unfall fast ein halbes Jahr her. Seit einigen Wochen leben zwei kleine Australian Shepherds in unserer Familie. Sie lieben Shani sehr und wollen immer gerne mit ihr spielen. Neuerdings lässt Shani sich ab und zu zum Spielen überreden, aber nur sehr zaghaft. Sobald einer auch nur ein wenig quiegt, geht sie weg. Wir hoffen darauf, dass die beiden Aussies Shani wieder mehr Lebensfreude geben!









Hallo!
Der Unfall von unserer kleinen Betty hat auch mich sehr stark mitgenommen. Ich hatte Betty von ersten Augenblick in mein Herz geschlossen und wie schon erwähnt, Shani liebte sie über alles. Nicht nur wir haben gelitten, insbesondere auch Shani. Sie wirklich ein ganz anderer Hund geworden, der einfach nicht mehr mit anderen Hunden spielen möchte, wahrscheinlich aus Angst, wieder jemanden zu verletzen. Doch eigentlich trifft meine kleine Maus ja gar keine Schule, doch ich glaube, dass sie sich in gewisser Weise verantwortlich für den Tod an ihrer Freundin Betty fühlt.
Amei
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